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titel: "IT-Due-Diligence bei der Unternehmensnachfolge · SACOSI"
url: https://sacosi.ch/nachfolge
seite: /nachfolge
stand: 2026-09-24
beschreibung: "IT-Lagebild vor der Übergabe, technische Due Diligence beim Kauf: Investitionsstau, Kopfmonopole und Altlasten für die Nachfolge in der Schweiz und Deutschland."
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> Wissensfassung der Seite https://sacosi.ch/nachfolge. Sie enthält den vollständigen Text, auch das, was auf der Seite selbst gekürzt oder aufklappbar ist. Herausgeber: SACOSI, Situational Awareness Consulting by Ivo Schönberner, Zürich.

# IT-Lagebild vor der Unternehmensnachfolge.

**Kurzantwort:** Wer eine Firma übergibt oder übernimmt, handelt mehr als Zahlen. Eine finanzielle Due Diligence zeigt nicht, in welchem Zustand IT und Technik sind, wie viel Investitionsstau ansteht oder wie stark das Unternehmen von einzelnen Köpfen abhängt. Ich erstelle vor der Übergabe ein IT-Lagebild oder prüfe vor dem Kauf, was ein Käufer tatsächlich übernimmt, und mache Risiken, Investitionsstau und Kopfmonopole benennbar, bevor sie zum Streitpunkt oder zur Überraschung werden.

## Welche IT-Risiken übernimmt ein Käufer?

Was in der Bilanz nicht steht: Investitionsstau, Sicherheitslücken, Lizenz- und Vertragsaltlasten und die Abhängigkeit von einzelnen Personen.

- **Investitionsstau:** Systeme und Geräte, die längst hätten erneuert werden müssen, aber weiterlaufen.
- **Sicherheitsaltlasten:** veraltete Software, offene Zugänge, fehlende oder unvollständige Sicherheitskonzepte.
- **Lizenz- und Vertragsaltlasten:** Abonnements, Wartungsverträge und Nutzungsrechte, die nicht ohne Weiteres übertragbar sind.
- **Abhängigkeit von einzelnen Dienstleistern:** kann die Übergabe erschweren oder verteuern, wenn sie erst danach auffällt.
- **Nicht amortisierte Investitionen:** kurz vor einer Übergabe aktivierte IT-Investitionen (CAPEX) mit eigener Nutzungsdauer werden von einem Käufer oft nicht vollständig mitbezahlt oder in der Due Diligence abgewertet. Ob eine Investition vor der Übergabe noch sinnvoll ist, hängt vom Exit-Horizont ab, nicht von der bisherigen Finanzierungsgewohnheit.

## Was erkennt eine finanzielle Due Diligence nicht?

Eine finanzielle Due Diligence prüft, was sich in Zahlen ausdrückt. Der Zustand der Technik gehört nicht dazu.

- Sie prüft Umsatz, Kosten, Verträge und Bilanzpositionen, nicht die technische Substanz dahinter.
- Investitionsstau taucht in der Bilanz meist gar nicht auf, weil er unterlassene Investition ist, keine Verbindlichkeit.
- Kopfmonopole und undokumentiertes Wissen sind in keiner Finanzkennzahl sichtbar.
- Eine technische Due Diligence ergänzt die finanzielle, sie ersetzt sie nicht. Für Beteiligungen und Investoren gilt dieselbe Lücke, dazu mehr unter Investoren und Family Offices.

## Wie erkennt man Abhängigkeiten von Schlüsselpersonen?

Wenn eine Person geht und niemand die Zugänge, Konfigurationen oder Abläufe kennt, ist das ein Kopfmonopol, kein Sonderfall.

- Eine Kopfmonopol-Landkarte hält fest, welches Wissen an welche Person gebunden ist.
- Typische Anzeichen: ein Name taucht bei jeder technischen Frage auf, Zugänge sind nicht dokumentiert, es gibt keine Vertretung.
- Die Landkarte zeigt, was Dokumentation oder Vertretung kostet, und wo eine Übergabe ohne diese Person überhaupt möglich ist.

## Wann sollte ein Inhaber das IT-Lagebild erstellen?

Deutlich vor der ersten Käuferansprache, damit sich Befunde noch beheben statt nur noch offenlegen lassen.

- Vor dem Verkaufsprozess: Investitionsstau und Kopfmonopole lassen sich noch beheben, bevor ein Käufer sie als Abschlag verhandelt.
- Während der Nachfolgeplanung: ein Nachfolger aus der Familie oder dem Team braucht dieselbe Übergabe-Dokumentation wie ein externer Käufer.
- Für Käufer: das Lagebild lässt sich auch nach der Ansprache noch als eigene technische Due Diligence erstellen, dann als Grundlage für die Preisverhandlung.

## Fragen zur Nachfolge.

Was Inhaberinnen, Inhaber, Nachfolger und Käufer vor einer Übergabe am häufigsten fragen.

### Welche IT-Risiken übernimmt ein Käufer bei einer Unternehmensnachfolge?

Ohne eigene Prüfung übernimmt ein Käufer den Zustand der IT so, wie er ist: offenen Investitionsstau, veraltete oder ungepflegte Systeme, laufende Lizenz- und Vertragsbindungen, Sicherheitslücken und die Abhängigkeit von einzelnen Personen oder Dienstleistern. Diese Risiken zeigen sich oft erst Monate nach der Übergabe.

### Was erkennt eine finanzielle Due Diligence bei der IT nicht?

Eine finanzielle Due Diligence prüft Zahlen, Verträge und Bilanzpositionen. Sie zeigt nicht, ob eine Anwendung technisch veraltet ist, ob Investitionsstau ansteht, ob Wissen nur in einem Kopf existiert oder ob Sicherheitslücken bestehen. Diese Fragen beantwortet eine technische Due Diligence, die die finanzielle ergänzt, nicht ersetzt.

### Wie erkennt man Abhängigkeiten von Schlüsselpersonen (Kopfmonopole)?

Kopfmonopole zeigen sich, wenn Zugänge, Passwörter, Konfigurationen oder Abläufe nur einer Person bekannt sind und nirgends dokumentiert stehen. Eine Kopfmonopol-Landkarte erfasst systematisch, welches Wissen an welche Person gebunden ist, und macht sichtbar, was seine Dokumentation oder Vertretung kostet.

### Wann sollte ein Inhaber das IT-Lagebild vor der Übergabe erstellen?

Deutlich vor der ersten Käuferansprache oder Nachfolgeregelung, damit sich Investitionsstau und Kopfmonopole noch beheben statt nur noch offenlegen lassen. Auch ohne konkreten Verkaufsplan lohnt sich das Lagebild, sobald eine Nachfolge absehbar wird.

### Was gehört zu einer technischen Due Diligence bei einer Nachfolge?

Architektur und Zustand der Systeme, Sicherheit und Zugriffe, laufende Kosten und Vertragslaufzeiten, Abhängigkeiten von Personen und Dienstleistern, der Lizenzbestand und seine Übertragbarkeit sowie die Frage, ob die vorhandene Dokumentation für ein neues Team überhaupt ausreicht.

### Was bedeutet Investitionsstau, und wie wird er geschätzt?

Investitionsstau ist Technik, die längst hätte erneuert oder abgelöst werden müssen, aber weiterläuft, weil niemand die Investition freigegeben hat. Er lässt sich nicht auf den Franken genau beziffern, wohl aber als Bandbreite mit Begründung je Position, damit Käufer und Verkäufer eine gemeinsame Grundlage für die Verhandlung haben.

## Steht bei Ihnen eine Nachfolge oder Übernahme an?

Dreissig Minuten, kein Vortrag. Sie schildern die Lage der Übergabe oder des Kaufs, ich stelle Fragen. Danach wissen wir beide, ob ein IT-Lagebild oder eine technische Due Diligence sinnvoll ist.

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